Kopfgrafik Transistor

TRANSISTOR

Juli 2001 – Juli 2004
2001 setzte mit dem deutsch-niederländischen Euregio-Kultur-Projekt TRANSISTOR eine Revision und Neuorientierung des Ortes ein. TRANSISTOR richtete seine Aktivitäten konsequent deutsch-niederländisch aus und umfasste vier miteinander verwobene Arbeitsfelder: ein Stipendiatenprogramm, ein Ausstellungsprogramm im Schloss Ringenberg selbst und in Institutionen beidseits der Grenze, Workshops mit Künstlern und Kuratoren sowie die Einbindung des Publikums durch Kunstreisen, Diskussionen, vermittelnde Aktivitäten und Workshops für Kinder und Jugendliche.

Projektpartner waren die Kunsthochschule Arnhem, das Museum voor Moderne Kunst Arnhem und das Museum Het Valkhof in Nijmegen. Hinzu kamen im Projektverlauf bis 2004 weitere temporäre Partner, etwa das Museum Folkwang Essen, der Kassler Kunstverein, die Filmstiftung NRW, die Paraplufabriek in Nijmegen oder das Fashion Institute Arnhem. Zudem konnte bereits zum Projektbeginn neben den öffentlichen Geldgebern auf deutscher und niederländischer Seite mit der Dullertsstichting Hey Konijnfonds eine niederländische Privatstiftung nachhaltig als Förderer gewonnen werden.

Ausgangspunkt des Projektes war das deutsch-niederländische Stipendiatenprogramm mit jeweils vier Künstlern aus NRW und vier niederländischen Künstlern pro Jahr. Die Stipendiaten haben gemeinsam im Schloss und anlässlich der Transistor EXPORT Ausstellungen in den Partnermuseen ausgestellt. Begleitet wurde das Stipendiatenprogramm durch intensive Arbeitsgespräche in den Ateliers, Besuche eingeladener Fachleute und durch Exkursionen.

Inhaltlicher Schwerpunkt von TRANSISTOR war, die Grenzziehung zwischen den Nachbarländern zum Anlass einer doppelten Grenzbefragung zu nehmen, dies im topographischen aber auch im kultur- bzw. kunstimmanenten Sinne. So wurden etwa in mehrtägigen Arbeitstreffen und Workshops bestehende wie neue Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit auch zwischen unterschiedlichen kreativen Feldern erprobt und auf ihre Tragfähigkeit hin überprüft.

(english version)
 

cut!  startete mit einem zweitägigen Arbeitstreffen (März 2002) vier niederländischer Modedesigner, deren Entwürfe auf künstlerischen Verfahren basieren, und vier deutscher Künstler, die im weitesten Sinne textile Materialien verwenden oder sich mit Strategien der Modewelt auseinandersetzen. Auf Seiten der Modedesigner waren Anne von Freyburg, Michiel Keuper, Jan Taminiau und Jeroen Teunissen vom Fashion Institute Arnhem eingeladen. Als Künstler haben Andreas Exner, Undine Goldberg, Eric Lanz und Nada Sebestyén teilgenommen. Die Ergebnisse wurden anschließend in einer Ausstellung (April 2003) umgesetzt.


Neue Werkstrategien #1 und #2 basierte auf einer Kooperation von Schloss Ringenberg mit dem Museum Folkwang, Essen. Anliegen war, eine Gruppe junger deutscher wie niederländischer Künstler und Ausstellungsmacher für jeweils zwei Tage in intensiven Austausch über Bedingungen und Möglichkeiten der unterschiedlichen Betriebssysteme zu bringen. Die "Werkstrategien" waren experimentell angelegt und verstanden sich als Modellprojekt, dessen Potential vor allem in der blinddate-artigen Atmosphäre des Zusammentreffens der Teilnehmer (2001 in Essen und 2004 in Arnhem) lag. Beide Treffen wurden in einer Publikation dokumentiert.


panicROOM war ein prozesshaft angelegtes Ausstellungsprojekt mit neun deutschen und niederländischen Künstlern. Der Sicherheitsraum amerikanischer Luxusbehausungen diente als Ausgangsbild, in dem sich Vorstellungen von Sicherheit und Abhängigkeit verschränken, eine zugleich auktoriale wie klaustrophobische Situation. Das Projekt basierte auf einem zweitägigen Arbeitstreffen der Künstler im Schloss im Sommer 2003. Anliegen war, sich mit den je eigenen künstlerischen Verfahren in Ringenberg auf die Suche nach dem Ort der Kunst zu begeben sowie das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft vor Ort in einer gemeinsamen Ausstellung zu befragen. Alle neun Künstler haben neue Arbeiten für den Innen- und Außenraum entwickelt, die von den vorgefundenen Gegebenheiten in Ringenberg ausgehen und Bezug nehmen auf das Schloss, als historischen/identitätsstiftenden Ort, als Ausstellungs-/Stipendiatenzentrum sowie als Plattform im deutsch-niederländischen Kulturdialog. Die einjährige Ausstellungsvorbereitung ereignete sich als ein ortsbezogenes Geschehen, in dem die Kunst teilweise in einer Art koproduktiver Bauhüttensituation mit dem Publikum und lokalen Betrieben entstand. Eingeladene Künstler waren Tine Benz, Marc Bijl, Helmut Dick , Christian Heilig, Susanne Kutter, Lucas Lenglet , Thorsten Nass, Mathilde ter-Heijne , Alexander Wolff.

 

HomeLessHome basierte auf einer Idee der freien Kuratorin Andrée van de Kerckhove, die gemeinsam mit der Kunstinitiative Paraplufabriek in Nijmegen, Schloss Ringenberg, dem Museum Het Valkhof und der Universität Nijmegen prozesshaft entwickelt und realisiert wurde. Einerseits galt es, die Kunstproduktion temporär an einem gesellschaftlich relevanten Ort anzusiedeln, der zugleich inspirierend auf den kreativen Prozess wirken sollte. Andererseits stellte der jeweilige Ort nicht nur die Ressourcen für die Herstellung der künstlerischen Arbeit, sondern wurde durch den kreativen Prozess Bestandteil des Kunstwerkes und zugleich Referenzmodell für dessen Rezeption. Herzstück des Projektes war ein Blinddate in Nijmegen mit 13 Künstlern, 6 Kunstvermittlern und 23 Leitern von mittelständischen Unternehmen, sozialen Einrichtungen und Wirtschaftsagenturen beidseits der Grenze. Ziel des Treffens war es, Partner zu finden, die dann eine dreimonatige Arbeitsgemeinschaft bis zur Eröffnung der eigentlichen Ausstellung eingehen sollten. Während die Produktionsergebnisse an den Orten ihrer Herstellung verblieben und dort vom Publikum besucht werden konnten, fanden sich in den Ausstellungsräumen der Paraplufabriek und von Schloss Ringenberg lediglich die Projektarchive mit den Dokumentationen der zuvor abgelaufenen Prozesse. Teilnehmende Künstler waren Frederico D’Orazio / Nazma Birma, Peter Fengler, Marjorieke Glaudemans, Grootendorst & Vanden Berg, Mirjam Kuitenbrouwer , Raoul Teullings , Rob Sweere, Hans Wijninga, Martijn Schinkel (film reportage meeting). Als ehemalige Ringenberg Stipendiaten waren Sonja Alhäuser, Rita Kanne und Lars Wolter eingeladen.

 

Programmatischer Bestandteil von TRANSISTOR war die Einbindung des kunstinteressierten deutschen und niederländischen Publikums. Der Themenabend "Kunst-Raum_Stadt"  z.B. nahm die Ausstellung "Urbane Sequenzen" 2002 im Schloss Ringenberg zum Anlass, deutsche und niederländische Stadtentwicklungsmodelle im Vergleich zu diskutieren. Die Ausstellung "Morgenikation" von Igor Sacharow-Ross 2004 basierte auf der Auseinandersetzung des Künstlers mit drei Betrieben und Institutionen in der näheren Umgebung Ringenbergs und wurde eröffnet in Form einer offenen Diskussion über Kunst und ihren gesellschaftlichen Wirkungsanspruch.

 

Vier Sommerfeste im Schloss eröffneten jeweils zeitgleich mit einer Ausstellung und waren verbunden mit einer performativen Kunstaktion. Das Angebot organisierter Kunstreisen in die Niederlande ermöglichte den konzentrierten, kommentierten Einblick in die Kunst und Kultur des Nachbarlandes. Darüber hinaus wurden Kinder und Jugendliche zu Workshops eingeladen, die unter Beteiligung ehrenamtlicher Helfer und in Zusammenarbeit mit den Stipendiaten eine spielerische Auseinandersetzung mit zahlreichen TRANSISTOR-Veranstaltungen boten.

 

Sämtliche Aktivitäten des Projekts sind in den jährlich erschienenen TRANSISTOR Magazinen dokumentiert, einer Kooperation mit dem Werkplaats Typografie Arnhem.


v2/uploads/image/archiv_transistor/Foto6.jpg /  / v2/uploads/image/archiv_transistor/3.cut.Ausstellung.jpgv2/uploads/image/archiv_transistor/Foto12.jpg / v2/uploads/image/archiv_transistor/Muetze300dpi.jpg / v2/uploads/image/archiv_transistor/IMG_5997Kopie.jpg / v2/uploads/image/archiv_transistor/Foto32.jpg v2/uploads/image/archiv_transistor/Foto16.jpg